Grand Arche Fake Wickelrock und Kendall Knit Top

Ich grüße euch an einem sonnigen aber  zu kalten MeMadeMittwoch. Ich hab meine Winterstiefel wieder aus dem Keller geholt, mir ist gerade viel zu kalt.

Vor einiger Zeit hatte ich die Idee mir einen Fake-Wickelrock zu nähen. Leider fand ich keinen passenden Schnitt und versuchte eine Eigenkonstruktion. Die ging total daneben, obwohl ich es mir so einfach vorstellte. Dass Schnittkonstruktion ein Lehrberuf ist, macht für mich immer mehr Sinn. Einen gut konstruierten und gradierten Schnitt erkenne ich nicht immer auf den ersten Blick, aber spätestens bei der Anprobe. Und für solche Ideen und Schnitte gebe ich dann auch gerne der Designerin ihr verdientes Geld.
Sewionista,  schien meinen heimlichen Wunsch gehört zu haben. Sie hat sich gerade als Schnittdesignerin  unter dem Namen Kreativrezepte selbständig gemacht, wovor ich großen Respekt habe. Sie kommt auch beruflich aus der Modebranche und ist gelernte Damenschneiderin. Der erster Schnitt, den man bei ihr kaufen kann, ist ein einfacher, gut sitzender, schmaler, klassischer Rock, mit dem Namen Grand Arche Rock. Als Zusatz gibt es ein Fake-Wickelteil. Bei 6€ für beide Schnitte habe ich nicht lange nachgedacht, den Schnitt gekauft und mit Stoff aus meinem Vorrat genäht.

Ihre Schnitte reichen nur bis Größe 42. Da ich gerade gerne zwischen 42 und 44 liege,  habe ich etwas mehr Nahtzugabe gegeben, wäre aber bei dem leicht stretchigen Stoff nicht nötig gewesen. Ich hatte bei der Anprobe den Eindruck, der Rock wird immer weiter, obwohl der Innenbeleg unstrechig ist. Beim Fotoshoot saß er schon mehr Richtung Hüfte, denke nach der ersten Wäsche ist das wieder anders.

Als erstes habe ich den Basicrock geheftet und er saß – nachdem ich die vor mir zugegebene Mehrweite wieder entfernt hatte – richtig gut. Dann habe ich die gehefteten Seitennähte aufgetrennt und das Wickelteil mit dem Innenbeleg auf das Vorderteil fixiert.

Beim Wickelteil habe ich etwas mit den Streifen herumexperimentiert. Dieser Schnitt lädt dazu ein, Musterstoffe zu nutzen und Sie nach Lust und Laune zu drehen, bis einem das Ergebnis gefällt. Meine erste Variante gefiel mir dann doch nicht.

Leider habe ich beim Experimentieren die Nahzugabe, die nicht im Schnitt enthalten ist,  vergessen und das Wickelteil ist etwas schmaler geworden, als gedacht. Richtig  zugeschnitten reicht es weiter über die Mitte hinaus bis zum linken Abnäher. Noch etwas ist mir aufgefallen. Ich lege die Schnittmusterteile immer auf die rechte Stoffseite. Beim Wickelteil muss man den Schnitt aber leider auf die linke Stoffseite legen, damit das Wickelteil auch richtig gewickelt wird, wie wir bei Inge gelernt haben, von rechts nach links. Oder man legt das Schnittmusterteil auf die linken Seite und dann auf die rechte Stoffseite, aber dann sieht man die Abnäher etc nicht, das finde ich etwas unglücklich beim Herumexperimentieren mit dem Streifenverlauf.

 

Ansonsten ist der Schnitt ohne Bilder gut erklärt. Der Rock hat zwei Längen: Mini und Italienisch. Mein Rock ist die lange, italienische Variante.

Für den Beleg habe ich den Stoff im unstrechigen Fadenlauf zugeschnitten und als Futter, wie immer im Moment, Wirkfutter genommen. Das ist dehnbar, mit der Overlock gut zu verarbeiten, fällt besser als Futter (zumindest bei mir) und trägt sich sehr komfortabel. Hier sieht man auch den nahtverdeckten Reißverschluss.

Zusammenfassend kann ich sagen: ein schöner Schnitt, der mit unterschiedlichen Stoffen, viele Varianten möglich macht. Mir schwebt da ja noch eine Waxprint -Vatiante für den Sommer vor. Und obwohl der Rock schmal geschnitten ist, habe ich genug Bewegungsfreiheit darin, das ist mir wichtig.

Zu dem Rock passt wunderbar mein Kendall Knit Top von Stylearc. Es ist ein wenig zu lang, deshlb habe ich beim Fotografieren etwas herumexperimentiert. rein in den Rock oder raus.  Das Shirt habe ich im Winter genäht und wirklich viel getragen, man sieht an den Noppen auf dem Stoff.  Jedoch vergessen zu verbloggen, sowas. Gekauft habe ich mir den Schnitt wegen des Kragens, den ich ganz wunderbar finde.

Nähtechnisch ist das Shirt einfach und flott zu nähen, also keine große Herausforderung und trotzdem schön. Das macht die Schnitte dieses kleinen australischen Labels aus finde ich. Sie sind sehr raffiniert und doch nähtechnisch nicht schwierig. Zumindest die, die ich bisher genäht habe. Ich kaufe die Schnitte immer als PDF bei Etsy. Hab mir jedoch auch schon Papierschnitte aus Australien schicken lassen, was recht flott ging (eine Woche). Wann bekommt man schon Post aus Australien? Ich sonst nie.

Und wie jeden Mittwoch, freue ich mich auf das Treffen der sich selbst benähenden Damen und Herren. Claudia moderiert heute in einem wunderschönen, sehr gut sitzenden Tuuli, von mir inspiriert. DAnke, you made my day. Ich mag meine Tullis weiterhin auch sehr.

13 Gedanken zu „Grand Arche Fake Wickelrock und Kendall Knit Top“

    1. Vielen Dank! Du hast recht, die Einlage habe ich mal wieder geschlampt, obwohl sie im Schnitt angegeben ist. Das hab ich nun davon. Danke für den Hinweis.
      LG Karin

  1. Liebe Karin, ich war erst etwas irritiert und dachte, so viel kann man sich doch kaum vermessen, aber der darüber gewickelte Teil soll ja soviel länger sein wie ich beim Link gesehen habe. S jetzt interessiert mich noch, warum das italienische Länge heißt, denn genau die Länge gibt es in Italien nirgendwo. Das mit den Streifen ist schön. LG Anja

  2. Ah, italienische Länge ist ein feststehender Begriff in Deutschland. Ich war vor allem irritiert, weil in den Läden und Modeheften zur Zeit in Italien entweder Supermini (wie schon immer) oder neu wadenlang (also die typische Omalänge) en vogue ist.

    1. Hallo Anja, du hast es schon selbst herausgefunden, Gut. ich wusste es nämlich auch nicht genau und habe mir gedacht, dass „italienische Länge“ ein feststehender Begriff ist. Danke fürs nachschauen.
      Ja der Zipfel gehört so. Das finde ich ja gerade gut an dem Rock.
      LG Karin

  3. Der Schnitt ist wirklich ganz toll! Das Fakewickelteil hat eine besonders schöne Form. Mir hatte auch der senkrechte Streifenverlauf sehr gur gefallen. Ich habe die kurze Version genäht, die sich mit Strumpfhose auch sehr gut trägt.
    Liebe Grüße, SaSa

  4. Der Schnitt ist toll und gut konstruiert. Man merkt, dass der Designer etwas von seinem Beruf versteht. (Ich finde es fürchterlich, wenn ich mir die Vielzahl von „schlechten“ Schnitten anschaue, die sich auf dem Markt befinden. Viele fühlen sich berufen einen Schnitt zu erstellen, aber bei den wenigsten funktioniert es.)
    Ich mag deine Komposition in Blau. Das nächste Mal -hoffentlich- ohne Stiefel.
    LG Martina

  5. Es hat, gerade bei diesem Streifenverlauf, dem Rock gut getan den Vorderteil schräg zu schneiden. Ein schöner Schnitt, passt zu Deinem Still :).
    Das Shirt gefällt mir auch sehr gut. Stylearc bietet viele interessante Schnitten und ich greife auch sehr gerne nach ihr.
    LG
    Ewa

  6. Dein Outfit mit den unterschiedlichen Blautönen ist einfach toll! Ich freue mich sehr, dass dir der Schnitt gefällt und du so einen tollen Rock damit gezaubert hast! Ich bin schon gespannt auf weitere Versionen 😉

    Kurz zur Erklärung, ich kenne italienische Länge als festen Begriff für eine handbreit überm Knie. Die Schnittteile sind wirklich konzipiert für den Zuschnitt auf der linken Seite. Da hast du natürlich recht, dass es etwas schwierig wird, wenn das Muster auf der rechten Seite aufgedruckt ist. Ich schneide dann immer die Abnäher auf einer Seite ein und falte sie um, dann kann man den Schnitt auch umdrehen und hat trotzdem alle wichtigen Markierungen.

    Ich wünsche dir noch viel Spaß mit dem Rock und dem Schnittmuster!

    Liebe Grüße
    Julia

  7. Die Streifenführung an dem Rock ist ja klasse. Und Du im Rock! Toll!
    Das Shirt hat die gleiche Farbe wie mein Twinset heute. Mir gefällt das blau gerade sehr. LG

  8. Tolle Kombination (mit reingestecktem Oberteil am besten) und der Rock wäre auch ganz meins – die Blautöne, der Wickeleffekt, die Streifen, die Länge. Er gefällt mir total und wenn er so gut passt, dann schau ich mir den Schnitt bei Julia auch mal an. Danke für die Inspiration.
    LG Ina

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