Strickjackenwetter

Da mir das Wetter gerade viel zu kalt ist und Strickstoffe nur unnötig viel Platz wegnehmen, habe ich noch zwei Jacken genäht nach dem Schnitt von McCalls 6996. Frau Küstensocke hat letzten Mittwoch ein sehr schönes Modell vorgestellt und das ließ mich den Schnitt nochmal hervorholen. By the way: habt ihr schon von ihrer genialen Stoffdiät-Aktion  gelesen?) Hier findet ihr meine erste Jacke nach dem Schnitt, eine zweite habe ich nicht verbloggt.


Ich näh wirklich gerne mehrere Teile nach einem Schnitt. Denn beim Nähen fallen mir oft schon Varianten ein, die ich gerne direkt ausprobieren möchte oder sonst wieder vergessen würde. Kennt ihr das?
Dieser Cardigan ist auch wirklich sehr schnell genäht, deshalb ist es kein Hexenwerk zwei an einem Tag zu nähen.
Variante eins aus boucleartigem Strickstoff aus Münster (Stoffschrottplatz, keine Ahnung wie das richtig heißt) ist zusammen gesetzt aus  Vorderteil  A und Rückenteil C/D.Der zweite Cardigan ist aus dünnerem Strickstoff von Alfatex. Dieselbe Zusammenstellung wie die erste jedoch um 40 cm verlängert. Mal sehen wie ich mit der Länge zurecht komme. Abschneiden kann ich sie ja immer noch.

Beide Jacken sind mit der Overlock genäht, die Säume mit der normalen Nähmaschine abgesteppt. Knöpfe haben sie nicht. Meine Jacken werden eh meist offen getragen.
Jetzt habe ich vier Cardigans nach diesem Schnitt. Alle sind ständig in Gebrauch. Das reicht jetzt auch erst mal an McCalls. Obwohl hier liegt noch roter Strickstoff…

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende.

Goldstream Carban Jacke für den Mann

Nach einigen kleine und einer großen Nähetappe ist die Winterjacke für meinen Mann auch endlich fertig geworden.  Beim Nähen für andere bin ich irgendwie immer viel aufgeregter und pingeliger. Deshalb geht es weniger gut von der Hand und dauert viel länger.

Aber der Winter zeigte sich von seiner kalten Seite und es gab keinen Aufschub mehr.

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Der Schnitt ist Goldstream Peacoat von Thread Theorie. Eine klassische Carbanjacke mit modernen Elementen. Genäht habe ich Variante 1, jedoch die Schulterklappen weggelassen. Der Schnitt ist gut erklärtauch auch in englisch gut verständlich und sparsam aber sinnvoll bebildert. Alle Teile  passten super zusammen, Änderungen waren nicht nötig. Das Nähen war eigentlich keine Schwierigkeit.

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Der Stoff ist ein Woll/ Kaschmirgemisch vom roten Faden. Das Futter hat mein Mann sich in Utrecht ausgesucht und ich hab schwer den Verdacht es ist ein Seidengemisch. Das Vernähen war recht einfach, es verzog nicht nichts und es fühlt sich unglaublich weich an, das Hineingleiten in die Jacke ist ein Traum. Ich bin etwas neidisch.

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An die Innentsche habe ich auch gedacht.

Die Knöpfe sind von Plissee Becker in Köln.

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Mein Mann ist begeistert und trägt die Jacke täglich. Sie ist warm genug für kalten Tagen und man schwitzt trotzdem nicht darin in der Bahn. Die Stoffkombie scheinen also recht atmungsaktiv zu sein. Als wir die Fotos gemacht haben, gabs Minusgrade, deshalb die dünne Daunenjacke drunter.

Und falls ihr euch fragt, warum es die Jacke nicht erst zu Weihnachten gab: Es war ein Geburtstagsgeschenk. Den Gutschein dazu gabe es schon im Januar.

Ich wünsche euch einen schönen dritten Advent.

Wintermantel Sew Along – das Finale

Heute ist das Finale des Wintermantel Sew Alongs 2016. Herzlich Willkommen! Nach den vielen Wochen, die wir an unseren Wintermänteln gearbeitet haben, freuen wir uns heute auf die Ergebnisse.

Nina und ich haben uns auf die Suche nach dem ersten Schnee gemacht, um die Wintertauglichkeit unseres Mantels bzw. Jacke zu testen und angemessene Fotos zu machen.

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Ich habe Clare von Closet Case  in der Version B genäht. Ein einfacher und sehr gut erklärter Schnitt. Es waren keine Änderungen nötig und ich bin mit der Jacke sehr zufrieden.

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Die Taschen stehen auch normalerweise nicht so raus wie auf den  Fotos. Einzig die Dicke des extra bestellten Steppfutters stört mich etwas. Die Jacke ist zwar warm, aber ich bin mir nicht sicher, ob sie mir zu dick ist. Aber da ich sie zum Finale und dem Fototermin dazu vor einer Woche fertig haben wollte, gab es keine Alternative. In der letzten Woche habe ich die Jacke Probe gertagen und mich nicht wohl darin gefühlt. Es ist wirklich schwierig sehr warme  Jacken/ Mäntel selbst zu nähen. Es sei denn man gibt viel Geld für sehr wärmendes und doch nicht zu dickes Material aus.

Wie ist eure Erfahrung dazu?

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Dank Sylvia habe ich jetzt ein dünneres doppelseitige satiniertes Steppfutter hier liegen. Auf einem gemeinsamen Maybachuferbummel hat sie es am Freitag für mich entdeckt. Vielen Dank nochmal!

Den Futtermantel werde ich also nochmal austauschen, auch wenn die Jacke dann weniger warm, aber tragbarer ist. Zum Finale der Herzen dürfte er fertig sein.

Hier noch ein paar Detailfotos, zu mehr Fotos bin ich leider noch nichtgekommen.

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Die drei großen Knöpfe habe ich von Plisse Becker. Ein toller Laden mit großer Auswahl an wunderschönen Knöpfen passend zu allen Projekten. In Absprache mit einigen Nähnerds habe ich mich gegen Knopflöcher entschieden. Die Knopfleiste ist ein Fake. Innen wird sie von Druckknöpfen gehalten.

Auch von meiner Seite ein herzliches Dankeschön für eure Inspirationen, kreativen Werke, freundlichen und hilfreichen Kommentare.

Dieser Sew Along ist mir besonders wichtig, weil ich so ein aufwendiges und z.T. auch recht frustriedendes Projekt alleine nicht so schnell durchziehen würde. Und ich bin sehr gespannt auf die Ergebnisse der anderen Teilnehmerinnen.

Marni Ponte Jacke aus Romanit

Romanit finde ich ja für Kleider oft etwas zu dick, und mir wird darin immer viel zu warm,  aber zum Jacken nähen finde ich das Material super. Besonders wenn ich eine Jacke zum ersten Mal nähe, nehme ich lieber Romanit als Strickstoff, der schonmal zieht und fusselt und wellt und…

Romanit dagegen lässt sich mit der Nähmaschine und der Overlock gut vernähen, zieht und knubbelt nicht, hat kein Eigenleben und es gibt ihn in vielen schönen Farben. Und wenn man das Ergebiss ab und an bügelt sieht es auch super aus. (Hätte ich mal besser vor dem Fotografieren)

Als ich eine Probejacke aus dem Marni Ponte Schnitt von Stlye Arc nähte, nahm ich dazu auch  diesen kaminroten Romanit, denn mit Stoffe.de freundlicherweise zur Verfügung stellte. Bei Mema finted ihr eine ausführliche Schnittmusterbeschreibung zu der Jacke.

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Im Januar habe ich die Jacke schon angefangen. Da ich überzeugt war von dem Schnitt, bevor die Jacke ganz fertig war, habe ich die Wollvariante schnell hinterher genäht und das Probemodell blieb unvollendet an meine Puppe hängen. Es lag vielleicht etwas an der Farbe. Im Winter fand ich sie etwas grell, obwohl das Rot dunkler ist als auf den Bildern.

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Jetzt, da der Frühling kommt, finde ich das Rot sehr passend. Also habe ich die rote Marni Ponte schnell zu Ende genäht. Anpassungen waren keine nötig die style arc Schnitte passen mir wirklich gut.  Diese Jacke ist eine Mischung zwischen bequemer Cardigan und unbequemen Blazer also ein bequemer Alltagsblazer würde ich sagen. Bei beiden Jacken nach diesem Schnitt habe ich auf Knopf und Topstitch verzichtet.

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Den Ärmelaufschlag mag ich besonders. Wenn er hochgeklappt ist, sind die Ärmele 3/4 lang. Leider waren mir das oft zu kurz in der kälteren Jahreszeit und auch etwas zu kalt. Aber das müßte sich ja bald erübrigt haben, das mit der Kälte, hoffen wir mal.

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MMM-Moderation in Anna und Marni Ponte

Heute finde ihr mich mal wieder als Moderatorin auf dem MMM Blog.

Seit Wochen überlege ich schon, was ich euch heute vorstellen soll:

  • einen neuen Schnitt, der mich überzeugt hat,
  • einen älteren Schnitt, den ich gerne immer wieder nähe,
  • was Buntes, das ja schon mein Markenzeichen zu sein scheint,
  • oder lieber doch was Einfarbiges, damit man nicht so auffällt.

Sogar das MMM-Team hab ich mit der Frage genervt und sehr nette Antworten bekommen … und weiter überlegt.

Entschieden habe ich mich für alles zusammen. Kann auch ne Lösung sein,wenn man sich nicht entscheiden kann.

Ich zeige euch meine Anna aus Waxprint den ich beim Bloggertreffen in Köln zusammen mit vielen netten Damen hier gekauft habe. Anna von By Hand London ist einer meiner liebsten Schnitte: schnell angepasst mit raffinierten Brustabnähern. Der Schnitt ist eigentlich simpel und sieht mit jedem Stoff doch anders aus. Bei der AnNÄHerung hab ich das Kleid genäht. Im Laufe des Wochenendes waren bestimmt 5 verschiedene Kleider mit diesem Schnitt an Frauen zu sehen.

Der Schnitt macht sich zu Recht breit in der Nähnerdwelt. Waxprint vernähe ich mittlerweile sehr gerne. Wenn man etwas sucht, findet man auch kleinmustrige Prints, die ganzjährig tragbar sind. Wichtig bei Waxprint finde ich, dass sie mehrmals gewaschen und viel getragen werden, dann wird der Baumwollstoff weicher. Zudem passen zu dem Stoff gut Schnitte mit wenigen Teilungsnähten, so wird das Muster nicht gestört und man stückelt nicht unschön herum. Aus diesem Grund habe ich den Rock nicht aus  sechs sondern zwei Teilen genäht,  auch wenn das bei diesem Muster nicht unbedingt nötig gewesen wäre. Die Abnäher im Rücken konnte ich wieder auftrennen, weil das Kleid seltsam aussah damit und trotz angepasstem Schnitt zu klein war. Normalerweise näh ich Anna immer mit allen vorgegebenen Abnähern, tja diesmal nicht.

Der Ausschnitt ist irgendwo zwischen V und U-Boot. Der vom Schnittmuster vorgesehen  V-Aussschnitt ist mir doch etwas zu groß, deshalb verkleinere ich ihn gerne. Das Kleid hat Innen Belege und ist nicht gefüttert. Ich trage es mit Unterkleid.

Und das „neue“ Schnittmuster also meine neue Entdeckung habe ich bei Mema entdeckt. Die Marni Ponte Jacke von Style Arc. Die Jacke liegt irgendwo zwischen Cardigan und bequemen Blazer, passt zu Kleidern und Hosen. Die Jacke wird mit Prinzessnähten vorne und Abnähern hinten auf Form gebracht. Das Schößchen gibt noch Form dazu. Schößchen sind ja bei Oberteilen nicht so meins, aber dieser Schnitt hat mich echt überzeugt. Geändert hab ich nichts, er passt super.

Die Ärmelaufschläge finde ich ein schönes Detail.

Wenn ich die Jacke eine Weile getragen habe, werde ich entscheiden, ob ich vorne noch einen Druckknopf  anbringe, um sie zu schließen. Im Moment scheint es mir noch nicht nötig. Genäht habe ich sie aus schönem Strickstoff von Tandem. Einfach mit der Overlock zusammengenäht. Auf Verstärkung mit Vlieseline habe ich bei den Belegen verzichtet, dadurch fällt sie weicher, das mag ich persönlich mehr.

Und was gibt’s bei euch heute, etwas Neues, etwas Altes, was Bewährtes, etwas Buntes oder etwas Unifarbens. Ich bin mir sicher, in unserer Mittwochssammlung werden wir von jedem etwas finden.

 

Esme Nummer drei mit Schönheitsreparaturen

Ob sich ein Schnitt bei mir bewährt zeigt sich vor allen darin, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass dieses Kleidungsstück meinen Kleiderschrank auch mal von innen sieht.

Meine lila Esme durfte noch keine Nacht in diesem nächtigen und mit den anderen Jacken kuscheln oder sich zumindest austauschen. Sie wurde getragen, den ganzen Winter oder lag auf einem Sessel oder Stuhl um mal eben bei Bedarf übergeworfen zu werden. Damit das Jäckchen auch mal ne Pause bekommt und ich mal wieder ne schwarze Jacke hab, die doch auf mehr Kleidungsstücken richtig farblich passt, habe ich aus dickerem Strickstoff von Tandem, den mir Monika besorgt hat, noch eine Esme genäht. Diesmal kürzer, auch so wirkt sie noch sehr schön finde ich.

Mein Problem war, dass ich etwas zu wenig Stoff hatte. So musste ich das Bündchen gegen den Fadenlauf zuschneiden. Das gibt optisch einen schönen Effekt, nähtechnisch aber ne mittlere Kathastrophe.  Die Naht wellte sich wie verrückt mit der Overlock genäht. Also hab ich sie nochmal aufgemacht, indem ich sie abgeschnitten habe (die komplette Naht). Denn beim Auftrennen der Naht wäre ich gerantiert vor Ungeduld, Wut oder so gestorben, das war dann doch nicht wert.

Beim zweiten Mal habe ich das Bündchen mit der normalen Nähmaschine wellenfrei angenäht. Durch mein beherztes Abschneiden wurde das Bündchen etwas schmaler, was nicht stört aber klaffte sehr unschön auf, was sehr stört. Nachdem ich die Jacke ein paar Wochen getragen habe, konnte ich mich am Sonntag durchringen und die Nahtzugabe des Bündchens mit einer Handnaht am Vorderteil festheften. Das war ne gute Idee und hat sich gelohnt und gar nicht so lange gedauert, wie ich dachte.

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Hier seht ihr  die Naht genauer. Links hab ich die Nahtzugabe des Bündchens vorsichtig und von vorne unsichtbar schon ein Stück am Vorderteil angenäht.

Jetzt klafft die Jacke nicht mehr so unschön auf und darf auch mal außerhäusig ausgeführt werden.

2016-01-30_03-16-23Hier sieht man deutlich den Unterschied, links geheftet, rechts nicht.

Ja ich weiss, die Taschen klaffen bei dem Schnitt auch auf. Aber das stört mich weniger und fällt beim Tragen weniger auf als an der Puppe. Ich finde das macht sogar ein wenig den Reiz der Jacke aus.  Die äußere Taschenseite schneide ich oft aus Futterstoff zu, dann wird sie nicht so dick und zieht sich weniger runter.

2016-01-30_03-15-35Fürs Frühjahr plane ich noch eine Esme aus dickerem Strickstoff als richtigen Drüberzieh-Mantel. Wenn ich das Wetter hier so sehe, könnte ich sie schon mal zuschneiden.

Länger habe ich überlegt, ob diese kleine Banalität wirklch ein Blogpost wert ist. Aber im Leben machen oft die kleinen scheinbaren Banalitäten viel aus und auch beim Nähen ist das so. Eine Kleingkeit wird verändert und das genähte Stück ist endlich wunschgemäß.

2016-01-30_03-14-00Hier ein sehr aufgehelltes Foto.

In diesem Sinne wünsche ich euch einen schöne Samstag. Bei diesem Wetter (Dauerregen) kann man sich gut mit scheibaren Kleingkeiten beschäftigen.

Mein Rockexperiment geht weiter

Vor einiger Zeit habe ich mich mit Rockformen beschäftigt, die mir gut stehen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass mir Miniröcke oder Röcke in A-Linien am besten stehen. Die Schnitte sind zwar langweilig recht einfach, aber ich trage sie am meisten und am liebsten. Sie haben den Alltagstest bestanden.

Deshalb habe ich mir vorgenommen, direkt noch mal ein paar Röcke zu nähen.  Inspiriert von Mema habe ich das Ziel, mit Hilfe eines Basisschnitts verschiedene Röcke zu konstruieren. Einer meiner liebsten Rockschnitte ist Aztec aus der Ottobre 5/12. Den habe ich schon mehrmals genäht und diese Variante wird oft getragen. Deshalb hab ich ihn erneut genäht, um zu schauen, ob er als Bisisrockschnitt taugt.

Beim Nähen und Tragen habe ich festgestellt, dass ich Reißverschlüsse gerne seitlich mag. Und habe ich mich sehr daran gewöhnt, dass meine Kleidungsstücke keine Taschen habe. Auch bei diesem Rock stören sie mich eher und genutzt werde sie eh nicht von mir. Sich mit einem Kleidungsstück intensiver auseinanderzusetzten und es mehrmals hintereinander zu nähen, gefällt mir gerade sehr. So kann ich auch meine Rockpassform „perfektionieren“ ähnlich wie mein Wickelkleidschnitt vor einiger Zeit. Der Schnitt Norma aus der Ottobre 5/10 ist noch einfacher gestaltet, es ist ein Aztek ohne Taschen. Den habe ich zu diesem Zweck auch genäht und  werde ihn demnächst zeigen. Und wenn ich den Basisrockschnitt gefunden habe, kann ich wie Mema hier mit Abnähern herumexperimentieren.

Bei diesem Rock habe ich alle Abnäher weggelassen, weil ich beim Nähen den Eindruck hatte, der Rock sitzt auch so gut. Keine Gute Idee. Er sitzt zwar, aber nicht richtig gut. Auch kleine Abnäher machen also Sinn konnte ich feststellen.

Jetzt aber ein paar Fotos. Ich bin mit meinen Spaziergehstiefeln extra ins Feld gestapft um bei genügend Licht die schwarzen Sachen zu fotografieren. Trotzdem sieht mans nicht so richtig gut.

PC140653PC140652PC140644Trotz Zubbeln sitzt der Rock schief, eigentlich ist der Saum schon gerade. Ach das lag bestimmt am unebenen Untergrund oder an der eingekickten Hüfte.

PC140639Der  Rock ist aus schwarzem Baumwollstoff ohne Elastan aus Maastricht. Dazu gibts eine Frau Liese von Schnittreif, ein schönes Shirt zu Röcken. Beim nächsten Mal werde ich das Bündchen am Ausschnitt breiter zuschneiden. Laut Maßtabelle lag ich zwischen den Größen L und XL. Also habe ich XL zugeschnitten, weil das Shirt eng anliegt. Bei diesem leichten Jersey hätte L (meinen übliche Größe) aber auch locker gereicht. Dazu trage  ich meinen liebsten Jackenschnitt: Nina von Arc Style.

Und  hier noch ein Drinnen-Foto, auf dem man die Details besser erkennen kann.

IMG_3687 Auch heute bin ich wieder gerne beim Treffen der Gutgekleideten und Selbstbenähten dabei, dem MeMadeMittwoch.

Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch und lasst euch nicht stressen!

Erinnerungskleid oder das perfekte Fake-Wickelkleid

Heute trage ich zum MeMadeMittwoch mein Nähboggerinnentreffen-Erinnerungskleid.  Den Baumwoll-Jersey erjagte ich vorletztes Wochenende bei Alfatex, in bester Gesellschaft einiger bekannten Bloggerinnen. Die  Meinungen über das Muster waren gespalten, aber genügend stimmten mir bei und ich kaufte 2 Meter. Später erfuhr ich, dass ich nicht die Einzige war, die ihn bei dem Treffen gekauft hatte. Noch eine Bestätigung für dieses schöne Stöffchen.

IMG_3591IMG_3590Der Schnitt ist sozusagen die Perfektion eines Fake-Wickelkleid-Schnitts für mich. Eine Erweiterung des Vogue Schnitts 8379.

Letzte Woche hatte ich jede  Menge Zeit zum Nähen. Habe eine Woche Urlaub zu Hause verbracht und (neben so wenig wie möglich Haushalt, Familienorga und Kochen) habe so viel wie möglich genäht. Von morgens bis abends, das kann ich nur empfehlen. Das waren Ferien für meine Näh-Seele und erholsam war es dazu. (Habe aber auch auf Urlaub zu Weihnachten und in den Herbstferien verzichtet als Info für die, die jetzt rufen: „Würde ich ja gerne, geht aber nicht!“ )

In der Zeit habe ich u.a. drei Fake-Wickelkleider genäht und jedes Mal den Schnitt ein wenige besserer hinbekommen, für meine Wahrnehmung.

Ausgangspunkt ist dieses Kleid, das ich zu Beginn nicht mochte, jetzt aber andauernd trage. Bei Thatchers hatte ich ein Fake-Wickelkleid gesehen, das vorne statt zwei überlappenden Rockteile einen große Falte hatte, das gefiel mir und wollte ich unbedingt ausprobieren.

Bei allen Kleidern habe ich die vorderen Oberteile leicht vergößert, damit ich die unteren Ecken gut mit in die Seitennaht einfassen und trotzdem im Kleid noch Luft holen konnte. Als Bund-Einfassung nehme ich mittlerweile immer ein Bündchen und keinen Beleg, wie vorgesehen.

IMG_3574Die drei Wickelkleid-Rockteile habe ich beim ersten Kleid einfach zusammen genäht zu einem sehr breiten Rock. Dann habe ich  erst das hintere Rockteil ans  Rückenteil geheftet, dann das rechte vordere so weit wie ein Wickelrock geht an das Oberteil gesteckt, er bedeckt nur 4/5 der Vorderseite, den Rest eingeschlagen und darunter festgesteckt.

IMG_3628Beim zweiten Kleid kann man es besser erkennen, da ich dort eins der drei Rockteile in einer anderen Farbe zugeschnitten habe (es ist die Rückseite vom Stoff)

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Bei Kleid Nummer drei (dem Kleid von heute) hatte ich zu wenig Stoff für drei Rockteile, deshalb habe ich das vordere Rockteil so weit es ging zur Seite geschoben und somit zum Stoffbruch das Rockteil um ca 20 cm vergrößert. Ich hab das hier einmal nach gebaut. Ist es verständlich?

IMG_3646IMG_3593Auf jeden Fall ist das mein neuer Lieblingswickelkeid-Schnitt.

Kombiniert habe ich ihn mit einer neuen Strickjacke nach dem Schnitt Julia aus Strickstoff von Stoff und Stil. Voll Poly, aber angenehm zu tragen. Bei Strickstoff schrecke ich vor nichts zurück, was mir gefällt, auch haptisch, wird gekauft. Ob ein Stoff wirklich gut tragbar ist, merkt man doch eh erst im Nachhinein.

IMG_3578IMG_3581Julia ist eine wirklich einfach zu nähende Schaljacke, die aber, so finde ich, wesentlich besser sitzt als ihre deutsche Schwester.

Erst heute Abend werde ich es schaffen, beim Mittwochsreigen der Gutgekleideten vorbeizuschauen. Auch Monika hat heute zwei Lieblingteile an, zu Recht.

 

Winterjacken-Sewalong 2015 – Inspiration

Sind eure Scheren und Rollschneider geschärft, die Maschinen geölt? Heute beginnt der Winterjacken-Sewalong, auf dem MeMadeMittwochblog den ich zusammen mit Lucy moderiere. Wir freuen uns sehr, dass so viele von euch mitnähen möchten.

In den nächsten Wochen werden wir uns gemeinsam, Schritt für Schritt, der warmen Winterkleidung nähern. Dabei ist es euch überlassen, ob ihr eine Jacke oder einen Mantel, Regenbekleidung oder Wolle, dick Gestepptes oder zum Einstieg erstmal einen ungefütterten Walkmantel näht. Für die Treffen alle 14 Tage haben wir uns außerdem etwas Besonderes ausgedacht: Bei jedem Treffen gibt es zusätzlich ein Technik-Tutorial, denn gefütterte Oberbekleidung hält ja einige nähtechnische Schwierigkeiten bereit. Aber wir werden uns gemeinsam schon durchbeißen!

Unser Zeitplan:

  • 4.10. – Schnitt und Stoffvorstellung. Tutorial: Schulterpolster 
  • 18.10. – Erster Zwischenstand. Tutorial: Reverskrage
  • 1.11. – Zweiter Zwischenstand: Wie bekomme ich meinen Mantel zu? Tutorial:  Paspelknopflöcher
  • 15.11. – Endspurt: Nur noch ein paar Kleinigkeiten! Tutorial: Füttern 
  • 29.11. – Finale: Jetzt kann der Winter kommen! 

Ich hab auch recht konkrete Vorstellungen, wie mein Mantel so sein soll: schmal geschnitten und damit nicht zu voliminös. Ich möchte ja auch im Winter in der Bahn noch auf einen Sitz passen. Alltagstauglich soll er sein, natürlich mit Taschen und knielang ist die Ideale Länge. Dazu einen Kragen, den ich auch mal hoch klappen kann, je nach Wind und Wetter. Kaputze ist nicht unbedingt nötig. Mein Mantel aus dem letzten Jahr war super und hat all das erfüllt. Leider ist der Stoff schon recht abgewetzt, also hab ich gute Gründe mir einen Neuen zu nähen.

Hier meine Ideen:

Mein Vavorit aus dem letzten Jahr:

Der Papernoot Coat von Waffle Patterns. Der ist wirklich für Wind und Wetter geeignet. Nur mein Stoff, der hierschon liegt, ist nicht so richtig dafür geeignet.

Modell 1 aus der Knip 9/2014. Bei diesen Modellen bin ich mir nie sicher, ob da zum Schluss nicht doch ein Sack draus wird, der nur mit Gürtel oder wahlweise Wäscheklammern, wie Lucy oben vermutet, in Form gebracht wird. Und dieses Model hat noch nicht mal einen Gürtel.

Modell 105 aus der Knipmode Spezial 2009/2010. Mit schönen Details und durch die Teilungsnähte gut auf Figur zu bringen und man kann die Jacke auch zum Mantel verlängern.

Ein langer schmaler Mante, Modell 114 aus der Burda 10/2015. Sehr schöne Form, aber die wird durch Raffung in der Taille erzeugt. Das stell ich mir mit dickenm Wintermantelstoff dann doch etwas knubbelig vor.

Meinen heimlichen Vavoriten hab ich letzte Woche hier gefunden. Mal abgesehen von dem Preis,   gibt es den Schnitt jedoch nur in Amerika zu kaufen, sie schicken nicht nach Übersee. Tja. Aber Lucy hat schon geforscht in ihrem Archiv und einen Schnitt für mich gefunden,

Modell 126 aus der Burda9/2006. Das Heft befindet sich auf den Weg hierhin. Soviel zum Thema Netzwerk.

Appropos Netzwerk. Jetzt sind wir sehr gespannt auf eure Inspirationen, denn wer sich noch nicht sicher ist, bekommt spätestens heute viele neue Ideen.

Anna von by Hand London

Heute nur ein schneller Post zum MeMadeMittwoch, weil ich heute den ganzen Tag auf einer Fortbildung bin. Mit einem kurzen Gruß zu Dodo in der super Kuscheljacke des Jahres. Darin würde ich auch gerne diesen Winter wohnen.

P1080275Ich trage ein Kleid nach dem Schnitt Anna von by Hand London. Der Schnitt hat das Potential zur großen Liebe. Veränderung: V- Ausschnitt verkleinert, vorderes und hinteres Rockteil jeweils aus einem Stück. Der Viscose fällt so schön, da geht das gut.

P1080269Und wenn’s kalt ist,  kombiniert mit einer meiner vielen Nina Cardi von Style Arc.

P1080268Und meinen neuen blauen Stiefe, fotografiert für Wiebke.

Ich wünsche euch einen schönen Mittwoch.