Hosen Herbst – Im Detail liegen die Tücken

Kurz vor Schließung der Linkliste reihe ich mich noch schnell beim Hosenherbst ein.

Im Oktober heißt es bei Frau Crafteln: Im Detail liegen die Tücken

Geknöpfte Hose, Reißverschluss mit allem Drum und Dran oder einfach nur ein Gummibund? Wie verschließt ihr eure Hose? Wie säume ich meine Hose? Wie verstärke ich den Bund? Futter? Hat eure Hose Taschen und wenn ja welche (und wie macht man solche Taschen)?

Erst hatte ich beschlossen den Oktober zu überspringen, weil ich zu dem Thema nicht soviel beizutragen habe. Da ich einen Schnitt gewählt habe, der nicht so viele Tücken hat, bin ich mit meiner Hose sehr zufrieden und möchte euch daran teilhaben lassen.

Mein ausgesuchter Hosenschnitt:

Quelle Burdastyle

Er hat einen seitlichen Reissverschluss. Es ist meine erste Hosen mit seitlichem Reissverschluss überhaupt. Das Einnähen ist wirklich einfach. Ich hab einmal einen nahtverdeckten Reissverschluss eingenäht, der auch den Bund mit einfasst.

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und bei der zweiten Hosen die einfache leicht sichtbareVariante. Diesen Reißverschluss hab ich nicht bis zum Bund hochgezogen und den Bund mit einem Hacken verschlossen.

IMG_1089IMG_1091Beides geht mir mittlerweile leicht von der Hand. Beide Varianten sind tragetechnisch sehr gut, wobei der nahtverdeckte RV immer etwas edler aussieht finde ich.

Taschen hat der Schnitt nicht. Auch für mich sehr ungewohnt. Mein Ziel war es jedoch eine schickere Hose zu nähen, weniger für den Alltag. Da brauche ich dann auch keine Taschen, das ist ok. Außerdem lässt sich der Schnitt dadurch sehr gut anpassen.

Das Bund ist für mich ja sehr hoch geschnitten und recht breit. Deshalb habe ich mutig bei dem festeren Stoff die Einlage weggelassen. Ich bin eh nicht wirklich Freundin von Einlagen, sie machen die Kleidungsstücke oft unnötig steif. Nur dort, wo sie für den Sitz nötig sind, werden sie auch eingebügelt. Die Hose aus dem dünneren Stoff habe ich mit Einlage verstärkt, da sich das Bund sonst zu sehr zusammenfaltet. Dabei habe ich einfache 200er Vlieseline genommen. Das ist der Bund ohne Einlage:

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Den Saum habe ich einfach versäubert,  umgeschlagen und festgenäht.

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Mit meinem Füßchen für die verdeckte Naht hab ich mich noch nicht so ganz angefreundet. Irgendwie klappt das nicht bei mir. Kein Tutorial hilft, ganz seltsam. Ich muss es mir irgendwann in Natura mal von nem Profi zeigen lassen. Bis dahin mach ich an meinen Hosen einfache Säume.

Dass es gefütterte Hosen gibt, ist mir erst bei diesem Sew Along aufgegangen. Da ich bisher aber aus der Jeans-Fraktion komme, ist das ja auch kein Wunder. Ich stelle mir das Futtergefühl für mich eher unangenehm vor.  Zudem ist es bei meiner Hose nicht nötig. Also gefüttert wir beim mir die Hose nicht.

Frau Crafteln öffnet die Linkliste am Ende des Monats nochmal und da reihe ich mich doch gerne ein. Der Gastbeitrag zu den Hosendetails kommt von Lucy und wie immer hab ich ne Menge beim Lesen gelernt.

Leider musste ich feststellen, dass für diese schicke Hose wirklich wenig passende Oberteile habe. Deshalb werde ich mich im November doch endlich mal den Wickel-Blusenschnitten widmen müssen, die mittlerweile hier zahlreich rumliegen.

Und das November Thema Tücken überspringe ich. Durch den einfachen Schnitt hab ich nämlich alle Schwierigkeiten geschickt umschifft.

HosenHerbst Passform 1

Im September  gehts beim HosenHerbst um die Passform und zwar die, die eher nicht passt.

Lange habe ich überlegt, was ich dazu schreiben soll und so genau weiß ich es immer noch nicht. Also ich versuche es mal.

Früher passte eine Hose oder nicht. War der Schnitt nicht meiner, also habe ich ne neue anprobiert. Oft waren mir Hosen zu kurz, weil ich recht lange Beine habe. Stoffhosen saßen irgendwie nie, waren sie an der der Taille richtig,  saßen sie garantiert an den Oberschenkeln zu eng und zu kurz waren sie sowieso. Deshalb landete ich wohl doch immer bei Jeans. Die gibt es  einfach in unterschiedlicheren Schnitten und der feste Stoff behob ein paar Mängel. Mein Mann sagte gestern so treffend: “ Stoffhosen betonen gerne die Problemzonen“.

Genau wie die anderen hab ich mich mal auf die Suche nach Artikeln oder Bücher zum Thema gemacht und kaum was bis nix gefunden. Selbst in meinem Buch Schnittkonstruktion für Damenmode wird erklärt wie man ne Hose selbst konstruiert (alleine bekomme ich das aber noch nicht hin). Bei der Anpassung geht es um Taillenvertiefung und Weitenreduzierung. Ok das bekommt man ja zur Not so noch hin. Mehr jedoch nicht. Durch das genaue Ausmessen aller Körperteile sollte die Hose ansonsten wohl passen und es ist keine Anpassung möglich. Leider habe ich bei Mema, die auch schon Hosen selbst konstruiert hat, einen anderen Eindruck gewonnen. Auch sie war im Nachhinein mit der Passform nicht so ganz zufrieden. Hier schreibt sie eine Zusammenfassung ihrer Hosennäherei. Hat unsere Gastgeberin Frau Crafteln nicht auch was dazu geschrieben? Ich finde es gerade nicht.

Verstanden habe ich jetzt, dass ich eher Hosen tragen soll, deren Bund Richtung Taille geht, also auf keinen Fall zu tief ist. Abnäher vorne und hinten sind gut, denn damit lässt sich gut was korrigieren.

Deshalb mach ich es beim Hosennähen so wie beim Kaufen, nehme erstmal einen einfacher Schnitt, den ich gut verändern kann: Vorne und hinten Abnähern, ein Bund, Beine erstmal weit geschneiten, denn enger geht immer ( aber ich wollte ja auch mal ne weite Hose)
Und entweder sitzt der Schnitt erstmal grob, dann nehm ich ihn. Sitzt er gar nicht, ab in die Tonne, soviel Veränderung trau ich mir nicht zu.

Gehen den sogenannten Katzenbart hab ich auch keine Lösung, Bauch einziehen hilft bei mir 😉

Festgestellt habe ich: solange man so wenige Ahnung hat wie ich vom Hosennähen,  hat es auch mit Glück zu tun, ob ich mir den richtigen Schnitt auswähle.  Ich hatte Glück, der simplycity 7277  ist wirklich schnell und unkompliziert zu nähen ( nur deshalb liegen hier auch schon zwei Hosen) und an der ein oder anderen Stelle auch gut zu korrigieren. Für Anfängerinnen durchaus empfehlenswert.

Die ersten beiden Hosen sind fertig und sitzen recht gut. Die Erste war zu weit, die zweite hab ich enger genäht und das war fast zu eng. Also bei Hosen zählt jeder Millimeter schient mir und nimmt man anderen Stoff hat man ne andere Hose.

Ich zeige sie mal an der Puppe:

Hose eins aus recht dünnen Sommerstoff

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Hose zwei aus festerem und dickerem Stoff:

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Es ist toll,  dass wir den ganzen Winter Zeit haben. Jetzt werde ich in Ruhe die beiden Hosen Probetragen und dann entscheiden: Näh ich mir den Schnitt noch mit nem anderen Stoff, trau ich mich auch nochmal an denn anderen Schnitt ran oder lege ich das Thema Hosen-selber-Nähen erstmal zu den Akten.

Hosen Herbst Schnittvorstellung

Frau Crafteln ruft auf zum Hosen Herbst und ich bin gerne dabei. Es ist kein klassischer Sew Along, was mir sehr zuvorkommt. Wir haben Zeit bis zum Dezember und tauschen uns monatlich zu den unterschiedlichsten Hosen-Themen aus. Im August geht es um Hosenformen, Hosenmode, Hosenschnitte.

Bisher habe ich vor allem Jeans getragen mit klassischen Jeansschnitt. Diese waren eher hoch geschnitten, zum Bauchfesthalten, an den Oberschenkeln eng an den Waden weiter geschnitten. Hauptmerkmal: bequem. Uns so sollte es bei meinen Hosen auch bleiben. Was zwickt und kneift bleibt eh im Schrank liegen.

Im Laufe des Jahres hatte ich den Ehrgeiz alle meine Kleidungsstücke auch klassische Jeans selbst zu nähen und hatte dieses Vorhaben auf den Herbst vertagt. Der Hosen Herbst passt also wunderbar in meinen Zeitplan.

Mittlerweile habe ich mich jedoch mit einigen nähnerds, die (klassische) Jeans genäht haben unterhalten und so richtig glücklich war keine mit dem Ergebnis. Deshalb habe ich mich entschieden erstmal keine klassische Jeans zu nähen. Außerdem habe ich einen wirklich guten Laden, in dem ich immer passende Jeans finde. Und um mich zu entlasten, und meine Jenasanzahl von  eine auf zwei zu erhöhen, (im Sommer trage ich fast nur Röcke und Kleider) habe ich mir eben erstmal ne Jeans gekauft. So.

Jetzt kann ich in Ruhe schauen, welche Hosenschnitte ich den sonst noch gerne hätte.
Was ist gut fände: hohes Bund, weite Beine, gerade geschnitten, auch mal andere Stoffe als Jeans.

Im Frühjahr sah ich diesen Schnitt bei Frau Küstensocke und habe ihn mir nach einer misslungenen Hose aus der Knip diese Woche gekauft.

Quelle: Burdastyle

Die Hose ist ohne viel Firlefanz, erstmal ohne Taschen und der Reissverschluss sitzt an der Seite.

Als Stoff habe ich hier zwei Stretch-Baumwollstoffe liegen und sollte der Hosenschnitt passen, könnte ich ihn mir auch in farbigen Jeansstretch  oder aus feinem Cord vorstellen. Also die Stoffe sollten auf jeden Fall leicht dehnbar sein.
Bei der Stoffauswahl tu ich mich echt schwer. Kratzt mir Leinen oder Wolle doch zu sehr, aber ich bin lernfähig.

Bisher habe ich gerne diesen Schnitt aus dem Buch „Nähen im japanischen Stil“genäht:

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Der ist gut geschnitten, mit Gummizug und jedoch wirklich nur für dünne Stoffe geeignet. Ideal für Sommerhosen, Zuhause-Rummlümmel- Hosen oder Schlafanzughosen. Bei dickeren Stoffen rutscht diese Hose nur und das macht keinen Spaß. Hab ich auch schon ausprobiert.

Und aus der Zeit „Ich nähe mir alles selber, hab ich noch diesen Schnitt hier liegen.“

Quelle: butterick.mccall.com

Vielleicht, wenn es mich packt, probiere ich ihn noch aus. Aber nur vielleicht.

So und jetzt lass ich mal bei den anderen inspirieren. Auffällig viele konstruieren ihren Hosen-Schnitt selbst. Oh das fänd ich ja auch mal spannend.