bewährte Schnittmusterehe

Heute gibts einen schnellen Zwischenstopp beim MeMadeMittwoch. Dodo moderiert heute in einem wundschön blumigen Rock, ein Rock für alle Jahreszeiten finde ich.

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Ich trage heute das erste Kleid meiner Herbstkollektion.  Der Schnitt ist eine sehr beständige, selbstkreierte Schnittmuserehe aus Vogue 8379 und Ajaccio. Hier könnt ihr den Zusammenbau nachlesen. Weitere Lieblingskleider nach dem Schnitt findet ihr hier und hier.

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Der Stoff ist ein unauffälliger und sehr schön kleinmustriger Bamwolljersey von Stoff und Stil. Die Ärmel haben dreiviertel Länge. Die nähe ich immer, wenn ich mich nicht zwischen kurz und lag entscheiden kann. Ich finde sie passt zu fast allen Temperaturen.

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Letzte Woche habe ich das Kleid zum ersten Mal beim jährlichen Betriebsausflug getragen. Wie durch Zufall bin ich mit meinen Kolleginnen dabei in ein Schuh-Outlet gelandet und zum nächsten Treffpunkt ca. eine Stunde zu spät gekommen. Dafür haben wir geniale Schuhe gefunden, frau setzt halt Prioritäten. Am Ende des Tages, in gemütlicher reduzierter Runde, gabs dann noch ein Fotoshooting, das möchte ich euch nicht vorenthalten.

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Wir haben uns alle die gleichen Schuhe gekauft,  nur in unterschiedlichen Größen, und natürlich erfolgreich gehandelt 😉

Ich wünsche euch einen tollen Mittwoch.

Sterbender Schwan oder so zum Animalprint Motto

Zum heutigen MeMadeMittwoch mit Motto Animalprint habe ich mir aus Schwanenstoff ein Jerseykleid nach bewährtem Bastelschnitt genäht.

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Der Stoff , ein mitteldicker und wenig dehnbarer Baumwolljersey, fühlt sich gut an und war toll zum Vernähen. Die Stoffquelle war eine tolle Entdeckung von Monika: The Sweet Mercerle.

IMG_4204Leider dehnt er sich wesentlich weniger als gewohnt und die Naht unter der Brust sitzt zu hoch.

 

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Und überhaupt merke ich beim Tragen, dass Baumwolljersey und ich nie so wirklich Freunde werde, schon gar nicht wenn´s Richtung Sommer geht.

Deshalb verlasse ich heute schnell die Bühne wieder.

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Bei euch und dem Rest der MMM-Crew  gibt´s heute bestimmt tolle animal styled selfmade Mode.

Im Blumenkleid dem Aprilwetter trotzend den MMM moderieren

Heute darf ich malwieder beim MeMadeMittwoch moderieren.

Die Fotos von meinem neuen Sommerkleid entstanden am Sonntag in der Sonne, die sich 10 Minuten zeigte, bevor Regen, Hagel und Schnee wieder den Ton angaben.

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Mein Kleid ist ein Mix aus Vogue 8379 und Ajaccio von der Schnittquelle.

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Das Vogue-Oberteil habe ich um 6 cm gekürzt, um die Empirelinie zu bekommen. Im Vorderteil habe ich 2 mal 2 cm Stoff zu einer Falte zusammengefasst. Der Rest des Kleides  ist Aajaccio, jedoch mit eingefügtem Taillenband, bzw. Unterbrustband, weil es unter der Brust beginnt und auf der Taille endet.  Den Rest des Kleides habe ich, um die richtigen Maße zu erhalten, im Originalschnitt vom Ajaccio einfach weggeklappt: am vorderen Rockteil die 9 cm Breite des Taillenbands, beim Rückenteil die Länge vom oberen Rückenteil plus Taillenband. So entstanden zwei recht identische Rockteile. Das Taillenband misst zugeschnitten jeweils die oberen Breiten der Rockteile mal 12 cm (9 cm plus 2×1,5cm Nahtzugabe).

Dem Traumstöffchen, ein sehr schön fallender Viscosejersey, konnte ich einfach bei meinem Urlaub in Enkhuizen nicht widerstehen.

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Eine genauere Anleitung mit Fotos findet ihr hier.

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Habt ihr auch schon mal eure liebsten Schnitte miteinander kombiniert? Welche Erfahrungen habt ihr damit gemacht? Es ist eine schöne Möglichkeit, alle Lieblingsdetails mehrerer Schnitte miteinander zu kombinieren, um dem auf-sich-zugeschittenen Kleidungsstück immer näher zu kommen. Oder?

Am heutigen Mittwoch freue ich mich besonders auf eure Parade der selbstgeschneiderten Kleidung, denn so abwechslungsreich wie das Wetter gerade in Deutschland ist, wird auch die Garderobe aller Beteiligten sein.

Pattern Hack zum MMM

MeineFrühlingskleidungsnähen geht weiter. Das Kleid, das ich gestern anhatte, ist nach einem Pattern Hack oder einer Schnittmusterehe oder wie man das auch immer nennen will, entstanden.IMG_3958 IMG_3968

Ich hab, hier zu sehen, etwas herumexperimentiert, mit dem Ziel mir einen Baukasten für Jersey-Kleider selbst zusammen zu stellen. Zusammengesetzt aus meinen liebsten Schnitten und eigenen Ideen dazu.  Z.B. habe ich hier das Vogue 8379 und Ajaccio verwendet.

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Die Variante ohne Unterbrustband. Danke Nadine für die Info.
Zum besseren Sitz habe ich bei den Oberteile doch jeweils zwei 2cm breite Fältchen unter die Brust gelegt.

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Der Schnitt hat Potential finde ich. Der Stoff ist malwieder ein Viscosejersey, diesmal aus einem kleinen Stoffladen in Enkhuizen.

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Wisst ihr auch beim Fotografieren nie wohin mit den Händen?
Wie jeden Mittwoch verlinke ich meinen Beitrag mit dem MeMadeMittwoch, dem Treffpunkt der sich selbst benähenden. Da ist der Frühling auch deutlich in Form von  mehr Farbvariation eingekehrt.

Psychohygiene-Nähen oder Wunschkleid selbst zusammengestellt

Beruflich beschäftige ich mich gerade viel mit den Themen Psychohygiene und Burnoutprophylaxe in psychosozialen Berufen (man kann mich auch für Fortbildungen zu dem Thema buchen, by the way).
Dass Nähen für mich die beste Psychohygiene ist, erwähne ich gerne und begründet auch meine vielen Nähergebnisse.

Michaele Huber*, einer der bekanntesten und besten Traumatherapeutinnen in unserem Land, benennt auch  u.A. das Tüfteln als eine sehr gute Strategie um Stress abzubauen.

Gestern konnte ich das am eigene Leib erfahren. Nach einer echt anstregenden und zum Teil auch sehr ärgerlichen Woche, habe ich am Freitagnachmittag angefangen ein Kleid, dass ich in einem Laden gesehen hatte, nachzunähen. Das besagte Kleid hatte einen Empireschnitt, wobei das obere Vorderteil eine Wickeloptik hatte.

Zum Tüfteln und Experimentieren habe ich mir einfach grünstigen Jersey (Maastricht und Maybachufer) geschnappt und mit Hilfe zweier Schnitte, einer großen Schere, Mut und Freestyle losgelegt. Am besten geeignet  für diese Idee schien mir eine Mischung aus Vogue 8379 und Ajaccio.

Das vordere Oberteil vom Vogue 8379, wurde von mir 6 cm gekürze. Hier liegt des Schnitt des neues Oberteils auf Folie auf dem alten. Dabei habe ich mich entschieden auch die Brustabnäher wegzulassen, das geht bei  meinen Maßen ganz gut.

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vom vorderen Unterteil des Ajacciokleids nur die obere Saumlinie begradigt.

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Das  Rückeinteil  ist oben Vogue und unten Ajaccio. Dafür habe ich beim Zuschneiden einfach beide Teile übereinander gelegt. Wenn man die Schnitte z.T. auf Folie hat, geht das sehr gut. Die Ärmel habe ich vom Oberteil also Vogue genommen.

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Die meisten Nähte habe ich zuerst nur geheftet (größte Stichlänge, niedigste Fadenspannung), so waren kleine Veränderungen noch gut möglich.

Hier das Probekleid noch ungesäumt. Hoffe man kann bei dem wuseligen Stoff etwas erkennen. Hab mich mal so steif hingestellt wie die Puppe.

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Der Ausschnitt kann größer sein, sonst gefällt es mir sehr gut.

Als ich es fertig hatte, kam mir, noch voll im Flow, die Idee, das nächste Kleid dieser Art mit Taillenband zu nähen.

Hier eine Schnittschemaskizze von mir.

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Und wieder Oberteil Vogue und diesmal auch das  Rückenteil um 6cm gekürzt.

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Am vorderen Rockteil die 9cm Breite des Taillenbands weggeklappt. Beim Rückenteil die Länge vom oberen Rückenteil plus Taillenband weggeklappt. So entstanden zwei recht identische Rockteile.

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Das Taillenband misst zugeschnitten jeweils die oberen Breiten der Rockteile mal 12 cm (9 cm plus 2×1,5cm Nahtzugabe). Ich hab beim Zuschneiden vor allem gemessen und die Schnittteile einfachwegggeklappt, das ging gut und schnell. Erst wenn ich weiss, die Maße stimmen so, werde ich neue Schnittmuser erstellen.

Hier das erste Probekleid. Das Taillenband ist eher ein Hochtaillenband geworden (danke an Frau Sachenmacherin für den Begriff) Dabei sitzt nicht die Mitte sondern das untere Ende des Taillenbands auf der Taille. Aber der Rock fängt in der Taille an, so soll es sein, oder? Es macht  auf jeden Fall eine gute Figur, sitzt gut und gefällt mir.

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Schon wieder wuseliger Stoff, deshalb zeigen meine Finger auf das obere und untere Ende des Taillenabands.

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Das Kleid erinnert an Tiramisu und dieses Knip Kleid, sitzt aber bei mir besser.

So hatte ich in 3,5 Stunden zwei Probekleider, den Kopf frei, mich bestens erholt und war meinem Traum, einem Baukastensystem für Jerseykleider, ein großes Stück näher gekommen. Er hat quasi meinen Traum, einen Baukasten für Webkleider mit Hilfe des Buchs „Kleider Nähen“ überholt, aber da liegen hier auch zwei Probekleider rum, die werden am Sonntag beim Nähkränzchen angepasst und danach verbloggt.

Deshalb:  tüftel, probiert aus, wagt Neues,  tut beim und mit dem Nähen etwas für eure Gesundheit und gute Laune. Und das Ergebniss der Tüftelei, die selbstgenähten, angepassten Kleidung dann zu tragen,  ist auf jeden Fall auch gut fürs Wohlbefinden, für die Gesunheitsprophylaxe und die Psychohygiene.

Habt ihr diese Erfahrung auch schon gemacht? Bestimmt.

Ich wünsche euch ein erholsamen Wochenende, bei welcher Tüftelei auch immer.

 

  • M. Huber: Wege der Traumabehandlung:Trauma und Traumabehandlung Teil 2, Paderborn  2003, S. 275ff